Termine der Schafhalter Bad Tölz / Wolfartshausen

Schafhalter aus dem Landkreis

Bad Tölz / Wolfratshausen

laden ein zu ihrem 25jährigen Jubiläum am

11. Oktober ab 9:30 beim Neuwirt in Ascholding.

Erwähnt man den Beruf des Schäfers, so denkt man meist auch heute noch an eine große Herde von Schafen, die mit Ihrem Schäfer und einem Schäferhund über die Lande ziehen. An einen kleinen Schäferkarren, in dem der Schäfer sich dann zur Nacht zurückzieht. Quasi Landidylle pur. Mit der Jubiläumsfeier möchte der Verein alle einladen, sich über die Schafhaltung in der heutigen Zeit zu informieren.

Heutzutage kann kaum noch einer von dem Beruf des Schäfers allein seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die meisten der Schafhalter betreiben die Schafzucht daher im Nebenerwerb. Das Bild der Schafhaltung hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Die Schafe werden während der Vegetationszeit auf sogenannten Koppeln gehalten. Dies sind meist mit Elektronetzen eingezäunte Weiden in der Nähe des eigenen Hofes. Auf diesen Weiden, die mehrere Male im Jahr gewechselt werden, genügen den Schafen eine Wassertränke sowie Salz- und Mineralstein, um sich wohl zu fühlen. So kann der Schafhalter sich tagsüber ganz seiner sonstigen Arbeit widmen und auch einmal übers Wochenende verreisen.

Trotzdem sehen die Schafhalter sich mit enormen wirtschaftlichen Problemen konfrontiert. Der Wollpreis verfällt wegen der zu geringen Nachfrage zusehends. Im Jahre 1831 hatte 1 Kg Schafwolle noch den Wert von 9,6 Kg Schaffleisch. Heutzutage entspricht 16 - 20Kg Schafwolle einem einzigen Kilo Schaffleisch. Damit bekommt man fast nicht einmal das Benzin bezahlt, das man braucht, um die Wolle bei der Wollsammelstelle des Schafhaltervereins abzuliefern. Dabei ist der Erlös, den der Verein aufgrund der großen Menge der von den einzelnen Schafhaltern gesammelten Wolle erzielt, noch viel im Vergleich zu dem Preis, den jeder einzeln erzielen könnte. Zur Zeit ist die "Wolle" halt nicht besonders populär. In einer Zeit, in der alle auf neue "Microfaserstoffe" schwören, kann man mit der traditionellen Wolle keinen Blumentopf gewinnen. Dabei liegen die Vorteile der Wollfasern ganz klar auf der Hand. Welche andere Faser ist in der Lage, über 25% des Eigengewichtes an Wasser aufzunehmen und dann trotzdem noch zu wärmen. Eine Tatsache, die früher alle Fischer kannten, die aber heutzutage vollständig in Vergessenheit geraten ist. Wolle ist nach es neueren wissenschaftlichen Untersuchungen darüber hinaus auch in der Lage, Giftstoffe aus der Raumluft zu filtern und zu neutralisieren.

Leider ist durch die sehr hohe Arbeitsintensität bei der Verwertung der Schafmilch auch hier fast nicht mehr lukrativ zu arbeiten. Dabei ist der Wert der Schafmilch mit einem viermal höheren Vitamin C und Vitamin E-Anteil als Kuhmilch unbestritten. Interessanterweise ist die Lebenserwartung in Ländern mit überwiegender Verkostung von Schafmilch deutlich höher als bei uns. Leider ist bis heute noch nicht untersucht, auf was dies zurückzuführen ist. Immerhin gilt das Schaf als eines der wenigen Säugetiere, die kein Krebs bekommen können, was eventuell damit in Zusammenhang stehen könnte. Ganz sicher ist Schafmilch besonders verträglich und wird von den Ärzten generell bei Allergie auf Kuhmilch empfohlen.

Heute ist eigentlich nur die Fleischerzeugung der finanziell noch einigermaßen interessante Teil der Schafhaltung. Die Tiere werden nur während der Winterperiode mit Heu, Cobs oder Silage gefüttert werden. Im Normalfall kann und muss natürlich auf teures Kraftfutter verzichtet werden. Das führt dazu, dass die Tiere bei unseren Schafhaltern "bodenständig" ernährt werden. Das bietet zum einen Gewähr dafür, dass das Fleisch der ehemals "Mehrnutztiere" nur natürliche Inhaltsstoffe enthält.

Bei der Feier zum 25 jährige Bestehen des Vereins haben die Besucher die einzigartige Gelegenheit, direkten Kontakt zu den Erzeugern zu knüpfen. Es werden die verschiedensten Schafrassen zu sehen sein. Das sind zum einen natürlich die heutigen Fleischschafrassen, zum aber auch die typische Landschafrassen, die gerne auch in der Landschaftspflege als lebende Rasenmäher eingesetzt werden.

Die Mitglieder des Vereins freuen sich über rege Teilname an ihrem Fest.